::::: ein Auszug aus dem Bericht ......

Die Klubbasis beschäftigte fünfzehn Guides, wohl zwölf davon Deutsche, auch hier mehrere Frauen darunter. Der Spagat zwischen der Förderung indivdueller Bedürfnisentäußerung und kollektivem Klub-Korsett, der wohl nicht nur bei „Robinson“ für Kluburlaub charakteristisch ist, muss sich zwangsläufig auch irgendwie im Verhalten der Tauchbasismannschaft niederschlagen. Diese durfte sich also etwas individueller darstellen, vielleicht sogar etwas robinsonhaft-poppig. Damit aber, im Vergleich zu den „Emperor Divers“, auch merklich kontrastierender im Verhalten und im Leistungsangebot der einzelnen Diveguides. Solch Versuchung, Darstellungsräume für die eigene Persönlichkeit auszuloten, bringt natürlich immer die Gefahr, dass im Bild der Gesamtteams der geschlossene Duktus verloren geht, ja Verspannungen auftreten. Zugegeben, exhibitionistische Töne seitens der Diveguides herrschten auch hier nicht vor, aber sie waren da. Ins Schnippische, ins Schulmeister- wenn nicht Feldwebelhafte. Klartext: Du bist nur Kunde, ich der Boss, bitte akzeptiere das! Und solche Entäußerungen hier vielleicht sogar stärker von femininer als von maskuliner Seite.

Die Verspannungen im Auftrittsbild setzen sich dann auch in recht deutlicher Unterschiedlichkeit der Leistungen der Diveguides fort. Da war Wolfgang, vielleicht per glücklichem Zufall, vielleicht auch gut vorbedacht, oft zum Diveguide für Einführungstauchgänge bestimmt. Der Mann ist zu Hause Sportangebotsprofi, führt ein Fitness-Center und genehmigt sich nur regelmäßig längere Aus-Zeiten, um als Diveguide zu arbeiten. Kritisch-verantwortungsvoller Umgang mit Sportkunden daher sein ureigenes Berufsmetier: Was muss ich wem zutrauen, allein zu schaffen? Wer braucht welche Unterstützung? Kann ich die beiden da zum Schnorcheln am Riff wirklich allein losziehen lassen? Am Ende wurden wir Zeugen eines Krisenmanagements Erster Klasse. Ein Ehepaar hatte wohl länger nicht getaucht, die Frau war vielleicht auch früher nie richtig mit der Materie zu Rande gekommen. Heute lief ihr wohl buchstäblich alles verquer, der Anzug zu eng, das Blei zu viel, in der Maske Wasser und aus dem Regler sowieso zu wenig Luft. Kaum abgetaucht, schoss sie durch bis auf den Vier-Meter-Grund und entwickelte dort sichtlich Anzeichen von Panik. Das hektische Gestikulieren ihres Gatten um sie herum erwies sich deutlich als wenig hilfreich. Es schien, da wäre nicht viel zu retten, gleich würde sie unhaltbar nach oben treten, vielleicht verunfallen, die Gruppe vermutlich zum Abbruch des Tauchgangs verdammen. Aber Wolfgang hatte die beiden von Beginn an fest in seinem Visier, schaffte es tatsächlich, die fast Vollpanische zu beruhigen und den aussichtslos erscheinenden Fall in den Griff zu kriegen. Nach kurzer Zeit normalisierte sich ihr Geblubber, die Panik wich aus dem Gesicht, bald fasste sie Mut gar, von zwei Stücken Blei befreit und von Wolfgangs Hand geführt, statt zum Boot zurück ein Stück unsicher vorwärts zu flösseln. Am Ende war sie mit dem Element und ihrer Ausrüstung soweit im Reinen, dass sie den gesamten Tauchgang nicht nur irgendwie durchstehen konnte. Da sie am Anfang zuviel Luft durchgejagt hatte, fehlte ihr diese natürlich irgendwann, die Gruppe hätte vorzeitig umkehren müssen. Aber, das Wunder ihrer Anpassung wurde augenscheinlich. Sie akzeptierte den von Wolfgang gereichten Oktopus und setzte den Tauchgang von ihm untergehakt damit fort, als wäre sie nie nahe einer Panik gewesen. Ja, dieser Wolfgang stand in seinem Führungsvermögen der Margret von den „Emperor Divers“ keinesfalls nach.

Den ganzen Bericht könnt Ihr *HIER* lesen.

 

Fenster schließen